{"id":5621,"date":"2013-12-01T14:48:00","date_gmt":"2013-12-01T13:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/zellerseyfert.com\/?p=5621"},"modified":"2021-11-23T14:49:01","modified_gmt":"2021-11-23T13:49:01","slug":"lg-berlin-postmortales-persoenlichkeitsrecht-von-michael-jackson-in-deutschland-geschuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/lg-berlin-postmortales-persoenlichkeitsrecht-von-michael-jackson-in-deutschland-geschuetzt\/","title":{"rendered":"LG Berlin: Postmortales Pers\u00f6nlichkeitsrecht von Michael Jackson in Deutschland gesch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das LG Berlin hat entschieden, dass die \u201eSpecial Administrators\u201c (Nachlassverwalter) des am 25.06.2009 verstorbenen S\u00e4ngers, T\u00e4nzers und Komponisten&nbsp;<em>Michael Jackson<\/em>&nbsp;in Deutschland die verm\u00f6genswerten&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/persoenlichkeitsrecht-rufschaedigung.html\">Bestandteile seines postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsrechts<\/a>&nbsp;durchsetzen d\u00fcrfen (LG Berlin, Urt. v. 14.03.2013 &#8211; Az.: 27 O 814\/12).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachlassverwalter des verstorbenen Megastars Michael Jackson hatten vor dem LG Berlin einen eingetragenen deutschen Verein verklagt, der auf seiner Internetseite und auf Facebook unter Verwendung von Namen und&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/bildrecht-fotorecht.html\">Bildnis<\/a>&nbsp;von Michael Jackson f\u00fcr ein Gewinnspiel warb. Ferner hatte der beklagte Verein im Internet angek\u00fcndigt, den weltgr\u00f6\u00dften Hei\u00dfluftballon zu bauen und mit einem&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/bildrecht-fotorecht.html\">stilisierten Bildnis von Michael Jackson<\/a>&nbsp;zu versehen. Sowohl f\u00fcr das Gewinnspiel als auch f\u00fcr den Hei\u00dfluftballon bot der beklagte Verein gegen Entgelt die Vermarktung von Werbefl\u00e4chen an. Die Erl\u00f6se sollten angeblich gemeinn\u00fctzigen Zwecken zugutekommen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/plus.google.com\/104588195012866218517\/?rel=author\" rel=\"noopener\">Google<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LG Berlin nahm bei seiner Entscheidung eine Abw\u00e4gung zwischen den&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/persoenlichkeitsrecht-rufschaedigung.html\">Interessen des Verstorbenen und der Wahrnehmungsberechtigten des postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsrechts des Verstorbenen<\/a>&nbsp;auf der einen Seite und dem Informationsinteresse der Allgemeinheit sowie der Kunstfreiheit des Beklagten auf der anderen Seite vor. Das LG Berlin betonte, dass die&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/persoenlichkeitsrecht-rufschaedigung.html\">Wahrnehmungsberechtigten die verm\u00f6genswerten Bestandteile des postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsrechts<\/a>&nbsp;nicht gegen den mutma\u00dflichen Willen des Verstorbenen einsetzen d\u00fcrften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vorliegenden Fall ging das LG Berlin davon aus, dass Michael Jackson mit der Verwendung seines Namens und seines&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/bildrecht-fotorecht.html\">Bildnisses f\u00fcr die kommerziellen Zwecke<\/a>&nbsp;des beklagten Vereins nicht einverstanden gewesen w\u00e4re. Zudem w\u00fcrden die Vorhaben des Beklagten auch nicht der zeitgeschichtlichen Information der Allgemeinheit oder einem h\u00f6heren Interesse der Kunst dienen. Der beklagte Verein verfolge stattdessen in erster Linie eigene kommerzielle Zwecke. Das LG Berlin r\u00e4umte dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/persoenlichkeitsrecht-rufschaedigung.html\">Schutz der verm\u00f6genswerten Bestandteile des postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsrechts<\/a>&nbsp;von Michael Jackson damit Vorrang gegen\u00fcber den kommerziellen Interessen des beklagten Vereins ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LG Berlin verurteilte den beklagten Verein deshalb dazu, es zu unterlassen, im gesch\u00e4ftlichen Verkehr mit dem Namen und\/oder&nbsp;<a href=\"https:\/\/zellerseyfert.com\/de\/bildrecht-fotorecht.html\">Bildnis<\/a>&nbsp;von Michael Jackson f\u00fcr eigene und\/oder fremde Waren und\/oder Dienstleistungen zu werben. Ferner verurteilte das LG Berlin den beklagten Verein auch zur Erstattung der Aufwendungen der Kl\u00e4ger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00f6chten kurz anmerken, dass das Gericht auf den Fall deutsches Recht und nicht kalifornisches Recht angewendet hat. Der Handlungsort nach Art. 40 Abs. 1 Satz 1 EGBGB sei Deutschland gewesen, da das Gewinnspiel in Deutschland ver\u00f6ffentlicht worden ist und auch f\u00fcr den Hei\u00dfluftballon in Deutschland geworben worden ist. Zwar hat sich der Fall \u00fcber das Internet auch in den USA ausgewirkt. Selbst wenn die Kl\u00e4ger ein Bestimmungsrecht gem\u00e4\u00df Art. 40 Abs. 1 Satz 2 EGBGB gehabt haben sollten, h\u00e4tten sie sich f\u00fcr die Anwendung deutschen Rechts entschieden, da sie ihre Anspr\u00fcche auf deutsches Recht gest\u00fctzt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das LG Berlin hat entschieden, dass die \u201eSpecial Administrators\u201c (Nachlassverwalter) des am 25.06.2009 verstorbenen S\u00e4ngers, T\u00e4nzers und Komponisten&nbsp;Michael Jackson&nbsp;in Deutschland die verm\u00f6genswerten&nbsp;Bestandteile seines postmortalen Pers\u00f6nlichkeitsrechts&nbsp;durchsetzen d\u00fcrfen (LG Berlin, Urt. v. 14.03.2013 &#8211; Az.: 27 O 814\/12). 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